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Nach jetzt fast 100.000 km mit der E-Klasse W210 und viereinhalb Jahren steht der W210 doch recht propper da. Wenigstens auf dem Foto. Ich hatte den Wagen mir im Dezember 2001 neu gekauft, da mein alter W124, das Vorgängermodell mir über 370.000 km absolut zuverlässig seinen Dienst getan hatte. Wenn die Kinder das Auto mit Skiern und Skateboards vollpacken, oder ich einmal so kurz auf die Schnelle quer durch Deutschland musste, dafür ist der Kombi die erste Wahl und ein recht entspannt zu bewegender Kilometerfresser.
So war ich wegen der guten Erfahrungen mit dem Vorgänger W124(im wahrsten Sinne des Wortes)
doch schnell entschlossen für den Mopf. So nennen die Schwaben die
Modellpflege, das Fahrzeug mit der Technik des Nachfolgers und der
Karosserie des Vorgängers. "Mopf", das klang so liebevoll wie das Wort
Modellpflege welches Sorgfalt vermuten ließ, als wäre es doch ein
besonders wertvolles Automobil. Und im Schwabenland keinen Daimler
fahren und das noch in Affalterbach? Frevel. Ich kaufte unbedarft und
so lehrte mich die E-Klasse ein neues Verständnis von schwäbischer
Qualität.
Da ich auch die Wartungen und Reparaturen alle selbst erledige, liegt der W20 mir eigentlich nicht auf der Tasche. Als ich dieses Frühjahr aber den Unterboden kontrollierte, war ich erst mal richtig niedergeschlagen. Hier ist das Bild der Sicherheitsgurtaufnahmen der Rücksitzbank von unten. Kann man wohl nicht mehr als Flugrost bezeichnen. Insbesondere sah der neue W210 nach dem ersten Jahr im Salz schon wesentlich angeschlagener aus als sein noch biederner, aber absolut unkaputtbarer Vorgänger W124.
Auf der rechten Seite ein Foto wie der Unterboden sich jetzt nach vier Wintern darstellt. Da möchte man meinen, vielleicht hätte ich das Fahrzeug immer im Streusalz bewegt oder er stände in einer feuchten Garage. Nein. Nur, ich musste im Winter 2001 oft nach Berlin und bekannterweise ist das neue flüssige Streusalz enorm aggressiv. Ich selbst habe den Unterboden vor jeden Winter mit Teroson Wachs genau an diesen kritischen Stellen vorbeugend behandelt. Scheint allerdings nicht viel genützt zu haben.
Dass der Unterboden jedoch so aufblüht, das hatte ich nicht erwartet. Jetzt dürfte nachvollziehbar sein, warum ich als Hobby "Restaurieren von alten Autos" angebe. Nein, im Ernst. So waren meinerseits gute Voraussetzungen gegeben, denn diesem Chaos am Unterboden war nur mit System und nicht mehr mit der Drahtbürste beizukommen. Andere gehen zum Rechtsanwalt. Ich holte die Sandstrahlpistole und den Kompressor aus dem Keller.
Ich fasse mich mal kurz und lasse die Bilder sprechen. Das ist nach der Sandstrahlorgie und vor dem Einwachsen mit Mike Sanders Fett. Alles hatte ich an einem (langen) Arbeitstag erledigt. Und das ist erst die Hälfte der Aktion. Seitenschweller und Vorderwagen sowie Türen werden noch folgen, sind aber nicht so kritisch und eher eine leichtere Übung.
Eine Drecksarbeit bleibt es trotzdem. Weil ich Sandstrahlen und Wachsen in derselben Montour erledigte. Hätte ich nicht tun sollen. Wachs und Sand im Haar ... Am Abend konnte ich gut nachvollziehen, was Teeren und Federn im Mittelalter annähernd bedeuten musste.
Die letzten vier Bilder zeigen den fertigen Stand, nach dem Sandstrahlen und vor dem Wachsen. Was hellsilber glänzt, ist mit einem speziellen rost hemmenden Chassislack für LKW lackiert. Nachträglich kommt dann Sanders (Absoluter Geheimtipp zur Rostverhinderung). Das muss aber 100 Grad Temperatur haben wenn es verarbeitet wird. Deswegen meinte ich oben "Teeren und Federn".
| Unterboden li.
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Unterboden re. |
Heckabschluss |
Seitenteil re. |
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Eins habe ich mir und dem Auto geschworen: Wenn ich nach dem nächsten Winter nur noch ein Fünkchen Rost da unten sehe, dann bekommt er den Gnadenschuss! Ach, dass dann das Automatikgetriebe oftmals unmotiviert einen höheren Gang einlegt und einen Brummer hat im Schub bei 120 km/h damit einem im Winter die Ohren abfallen? Das Fehlerpech scheint an mir zu kleben. Reparaturkosten für das Automatikgetriebe würden ca. 3000 Euro sein. Wenn ich ihn ohne Reparatur verkaufe, verklagt mich noch jemand deswegen, wenn der Schaden bei ihm auftritt. Also, weiterfahren, bis das Getriebe abraucht.
Man gewöhnt sich ja an vieles. Habe schon vergessen, dass Heckklappe und Türen auch rosten. Das mit den Kundendienstmeistern auszukabbeln, ist Blödsinn. Der Aufwand, den ich hier betrieben habe, wird bei einer Nachbesserung nicht betrieben. Mit der Drahtbürste entrosten und einer Sprühdose über den Rost lackieren kann ich auch.
Weiterfahren werde ich ihn trotzdem. Ich möchte definitiv sehen, wie lange er erhält und ob diese Rostkur auch wirkt.
Die Ursachen für diesen Rostbefall?
Mercedes war wohl der Meinung, daß mit der Verwendung der Bonazink beschichteten Bleche sekundäre Rostschutzmassnahmen nicht mehr notwendig seien und verzichteteten gerade bei den letzten Baujahren fast vollständig auf Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung.
Bei den letzten Baujahren verzichtete man sogar auf die Verzinkung der Türen.
Heute zeigt sich, daß die Bonazink- Bleche, lackiert mit dünnen Wasserlack, in bestimmten Bereichen der Korrosion auf Dauer nicht standhalten, besonders an Schweißnähten und Falzen. Oder auch einfach billiges Blech verbaut.
Nachträge im Januar 2007:
Heute hat der W210 seine Gesamtkontrolle am Unterboden gehabt: Da der Winter ja bis die Tage doch recht harmlos war, kann ich mal sagen: "Stuttgart, 7 Grad, der Rostschutz hält".
Das wäre ja ganz schlimm, wenn hier wieder die braune Pest weiterwächst. Außerdem habe ich eine neue Digi-Cam, also wird auch die Bildqualität besser. Das Hinterachsgetriebe ist an den Simmerringen dicht geworden, welche Wunder. Man sieht auch recht gut, nach welchem Motto ich den Rost hier bekämpfe. Was ölig ist, kann nicht rosten. . Doch, ich bin recht zufrieden. Was angesichts der Situation, daß bei einem Fahrzeug der Marke Mercedes Benz (nicht Daimler Chrysler) ROST ein zentrales Thema ist, doch befremdet.
ich habe bei 90.000 das Öl im Hnterachsmittelstück (schwäbische Bezeichnung für Differenzial) gewechselt. Und dann noch von Liqui Moly eine Tube Getriebedicht rein damit die harten Simmerringe wieder dicht werden. Und, es wirkt! Dauerte zwar ein gutes halbes Jahr, aber ich staune.
Ich bin eher der Skeptiker und schalte bei allen Werbesendungen "So wird Ihre Lackierung wieder wie neu" schnell weiter. Also war auch ich recht kritisch, als es um das Abdichten mittels dem Liqui Moly Getriebedicht ging. Da die Entscheidung aber leicht fiel - 400 Euros für neue Dichtringe als Lohnarbeit bei einer Niederlassung gegen 12 Euros Getriebedicht? Na, denn doch rein mit dem Zeugs. Und, mit vollem Erfolg. Kann ich getrost weiterempfehlen.
Stecker zur EGS am Getriebe
Dieser Stecker, den hat der Teufel gesehen. Der geht vom Automatikgetriebe in die EGS (Elektronische Getriebesteuerung). Und dieser verdammte Stecker wird undicht. Dann steigt das Öl über die Kappilarwirkung durch die feinen Drähte hoch bis in die Elektronische Getriebesteuerung. Und Sie haben die gesamte Elektronik vorne rechts voll mit dem Getriebeöl von unten. Das Öl steigt durch die feinen Drähte einfach hoch. Deswegen kontrolliere ich den Stecker einmal pro Jahr! Und mache ihn sauber mit Kontaktreiniger.
Der W210 dankt es jetzt mit dann mit seidenweichen Gangwechseln. Ich suche nämlich schon lange an den Ursachen für die Schaltaussetzer im Gangwechsel. Und, eines dieser Ursachen ist dieser verflixte Stecker. Beim nächsten Ölwechsel des Automatikgetriebeöles mache ich den Dichtring für den Stecker wieder neu. Das sind so die Gründe, warum viele sich in den Werkstätten ärgern. Denn, der Wartungsplan achtet nicht auf diese kleinen Gemeinheiten.
Gammel und Salzreste
Deswegen zeige ich dieses Bild. Mann oh Mann, da blüht es richtig. Klicken Sie bitte auf das Bild links. Sehen Sie das? Salzreste! Der rote Kringel ist die Entlüftung vom Hinterachsmittelstück. Da hat so ein Idiot - den kenne ich sogar, weil ich seit anno 1996 das HMS (Hinterachsmittelstück) als CATIA V4 Datensatz noch irgendwo auf meinen Festplatten habe - also da hat so ein Idiot direkt neben den Entlüfter eine Rippe gesetzt. Durch diese verdammte Rippe komme ich ohne Spezialwerkzeug mal wieder nicht an den Entlüfter ran und kann denn auch nicht herausschrauben. Herrgott, warum macht Ihr sowas? Noch nie was von Werkzeugfreigang gehört? Daneben eine Rippe setzen, das ist absolut besoffen! Ich wollte also diesen Entlüfter demontieren. Dafür musste ein 17er Ringschlüssel sein Leben lassen. Erst der Schweissbrenner machte die Kröpfung möglich, und somit habe ich mein Spezialwerkzeug um den Entlüfter zu demontieren. Sie müssen wissen, dass oftmals verstopfte Entlüfter die Ursache für diese Undichtigkeit sind. Und so zahlt man 500 Euro für ein Austauschgetriebe wegen eines defekten Entlüfters im Materialwert von 5 Euros. Entlüfter tauschen, Druck innen ist weg, Öl bleibt im Getriebe.
A propos Salz ...
Das Bild hier zeigt zwei Sachen recht gut. Der W210 hatte im Winter 2001 richtig Salz geschluckt. Besonders die winterlichen Fahrten nach Berlin haben ihm richtig zugesetzt. Ich bin immer nachts gefahren. So ab 8 Uhr bis 1 Uhr nachts. Natürlich ist das die Zeit, wo alle Salzstreuer dieser Welt unterwegs sind. Irgendwie tut er mit ja leid. Ich weiß, das neue Salz ist recht aggressiv. Andererseits, warum ist dieser Haufen Eisen dann ein Auto geworden, welches das nicht aushält? Und, wenn ich mal richtig kritisch bin. ich habe genug Versuchsträger und Erprobungsfahrzeuge von innen, unten, außen und oben gesehen. Wenn ich da auf meinen W210 schaue und den mit meinen Eindrücken vergleiche, muss ich immer wieder nur sagen: Da fahren 318i herum mit Baujahr 1986, die Dinger sind 20 Jahre alt und besser beieinander.
Für heute war es das. Aber, das ist wie bei Paulchen Panther. Keine Sorge, ich komme wieder ... .
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