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Im Fach Produktdesign haben deutsche Hochschulen einen guten Ruf.
Ihre Ansprüche sind hoch: Der post-industrielle Designer muss Manager-,
Ingenieur- und Design-Fähigkeiten vereinen- Als ich ein junger Mann
war, wusste niemand, was Design ist. Hätte damals einer gesagt: 'Ich
bin Designer', hätte jeder gefragt: 'Wie wird man das, und kann man
davon leben?'", sagt Design-Ikone Richard Sapper.
Fünf Jahre vorausdenken
Was
veranlasst einen Konzern wie Audi, in die Hochschule zu gehen? "Der
Transportation-Designer ist der König unter den Formgebern. Von ihm
werden zu den üblichen Qualifikationen noch prophetische Fähigkeiten
erwartet – nicht in die unendliche Zukunft, aber fünf Jahre voraus.
Denn so lange dauert die Entwicklung eines Fahrzeugs vom Entwurf bis zu
dem Zeitpunkt, da es vom Band rollt. Wer die Zeichen der Zeit falsch
deutet, setzt Milliarden in den Sand und spielt mit Tausenden Jobs."
Die Beispiele Ford und Opel, wo Fahrzeuge vom Band direkt auf Halde
fahren, weil sich der Konsument der Optik verweigert, bestätigen
Wickenheisers These.
Schulterschluss
"Der Schulterschluss von Unternehmen und
Ausbildungsinstitution ist vital: eine Gewinn bringende Situation für
beide Seiten. Denn was da im Zuge des Projekts ,Generation A’ – einer
Seminararbeit – entstanden ist, hat deutlich gemacht, dass heute die
18- bis 25-Jährigen Trends setzen. Auf die müssen wir schauen." Der das
sagt, muss es wissen. Frank Lamberty ist Exterieur-Designer bei Audi,
also der Mann fürs Hochglanzblech. Außerdem ist er Verbindungsmann
zwischen Ingolstadt und "Generation A" – und Absolvent der
Fachhochschule Pforzheim.
Design wird weiblich
Die
Vorlesungspläne lesen sich wie eine Kreuzung aus BWL- und Kunstgeschichtsstudium: Da steht Marketing neben ästhetischen Konzepten
und Produktionszyklen neben Formen der griechischen Antike.Jeannine
Spöth, frisch gebackene Diplom-Designerin der FH München, will sofort
den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Denn obwohl die Münchener
stolz auf eine 100-prozentige Vermittlungsquote verweisen, ist nicht
immer der Traumjob dabei. "Und Industrie-Nähmaschinen zu gestalten –
ohne Gestaltungsspielraum zu haben – ist nicht gerade die ultimative
Herausforderung", sagt die 26-Jährige.
Der Olymp in Kalifornien
Der
Sonderstatus zeigt sich schon während des Studiums. Während der
"normale" hiesige Student alle Mühe hat, die obligatorischen Praktika
einigermaßen mit Sinn zu füllen, lesen sich die Unternehmen auf dem
Angebots-Board für Internships im AC wie das Who’s who der
alemannischen Vorzeige-Konzerne. Da sucht BMW einträchtig neben
Daimler-Chrysler und Audi. Und Porsches Offerte konkurriert mit der von
VW. Auch Adidas, auf der Jagd nach dem Nike Marktanteil, sucht im
Hinterland von Los Angeles nach Humanpotenzial mit Ideen. Und weil man
mit den Praktikanten immer gut gefahren ist, werden mehrfach im Jahr
On-Campus-Recruitments abgehalten.
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