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Tools Options- Was und wie? Drucken
Samstag, 18. Mai 2002

Die Produkte von Dassault Systemes zeichneten sich schon immer durch extensive Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration aus. Ist es bekannt, dass Dassault verschiedenene Möglichkeiten zum parametisierten Arbeiten (ganz ohne Parametrisierung bis hin zum High-End Arbeiten mit Multi-Model und Multi-Ojects Links) nur über Knopfdruck in denTools Options einstellen lässt?

Dies ist eine sehr wichtiger Entscheidung zum "was-wann-wie"  bei der Einführung von CATIA Version 5 und sollte eingehend im Vorfeld geplant werden. Tools Options ist dazu die Schaltzentrale. Wir warnen davor, die Tools Options nicht zu konfigurieren  oder nur "mal eben so" in verschiedenen Punkten sperren zu lassen, oder noch schlimmer, gar nicht zu konfigurieren. Dazu mehr in diesem Artikel.

Stufenweise Implementierung der Parametrik 

Neben Vorteilen bringt die Einführung von CATIA Version 5 eine Umstellung in der Arbeitsweise der Anwender im Unternehmen  mit sich. Das führt bis hin zu Auswirkungen auf im Unternehmen historisch gewachsene Prozesse, den Datenaustausch und die innerbetriebliche Zusammenarbeit. Gerade in der Phase des Lernens und Übens und in den Übergängen zur Produktivität mit dem System, sogar in den produktiven Phasen selbst sollte man schon im Vorfeld genauer erörtern und planen, wie man das System erlernen, in Folge damit arbeiten kann und in Zukunft arbeiten wird.

Wenn Sie CATIA Version 5 erfolgreich installiert haben, ist der zweite Schritt die Einstellung der References und der Tools Options.

Dies wird erfahrungsgemäße von Systemadministratoren erledigt. In diesem Schritt wird es sehr kritisch. Tools Options bestimmen im Wesentlichen das Verhalten der Software CATIA Version 5.

Wer kopiert, sollte verstehen, was er kopiert ...

Erfahrungen, welche Werte in den Tools Options Sinn machen, kommen aus dem Arbeiten mit dem System. So werden gerne die Options der BMW AG in neue Kundeninstallationen übernommen, blank und frei mit der Annahme, "was für BMW gut ist, passt für uns schon lange!"

Dies ist ein folgenschwerer Fehler. Es gibt an die zehn Einstellungen, welche so nicht für den Kunden passend sind.

Nicht dass BMW hier schlecht konfiguriert ist, sondern weil es eben eine gewachsene, individuelle Konfiguration für BMW ist! 

Wir möchten hier verschiedene Denkanstöße geben, warum Sie Ihr System individuell und in Stufen anpassen müssen.Ich sage bewusst "müssen". BMW arbeitet jetzt seit zwei Jahren mit dem System. Für deren Anwender sind "High-End-Configurations" selbstverständlich, da diese mit dem System in Schritten hineingewachsen sind. Jeder Anfänger, welcher sich damit versuchen will, wird mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern.

Der Umkehrschluss macht auch keinen Sinn. So wie V5 von der CD-ROM in Ihr System hinüberwächst, so ist es nicht für den Einstieg konfiguiert. Und -selbstverständlich bei Franzosen, (vive la liberte) - alle Tools Options sind frei vom Anwender konfigurierbar.

Lern-Schritt 1: Arbeiten mit nichtassoziativer Geometrie

Der Datum-Modus ist permanent aktiviert. Es wird ähnlich wie in CATIA V4 nichtassoziative Geometrie erzeugt. Benutzt werden die Funktionen der CATIA V5 Workbenches und die neuen Strukturierungsmöglichkeiten. Hier liegt das Lernziel auf dem Erzeugen intern gut übersichtlicher Strukturen, dies wird im Allgemeinen mit den Korpern im Historienbaum erreicht.

Ein Bearbeiten der Geometrie ist nicht möglich. Änderungen sind immer mit Löschen und Neuerstellen von Geometrie verbunden. Die Arbeitsweise ist rein modell- und bauteilorientiert. Baugruppenzusammenhänge werden , (dies ist kein Nachteil, sondern für das Verständnis des Systems eher von Vorteil ) im der Assembly-Workbench bearbeitet. Diese Arbeitsweise empfiehlt sich für den Einstieg in das produktorientierte Arbeiten, auch wennn die Vorteile des neuen Systems scheinbar nicht zum Tragen kommen können.

Lern-Schritt 2: Bewusstes Planen der Konstruktion !

Der Datum-Modus ist deaktiviert. Es wird assoziative Geometrie erzeugt. Innerhalb des Modelles werden alle Möglichkeiten, die CATIA V5 bietet ausgeschöpft. Dazu gehören neben den Strukturierungsmöglichkeiten auch PowerCopies, Kataloge, Einbeziehung von Knowledgeware. Die Anwender lernen ihre Konstruktion im Vorfeld zu planen und zu strukturieren.

Explizite Geometrie steht als "Input" zur Verfügung. Einflüsse von Nachbarbauteilen oder Änderungen werden über diese explizite Geometrie in die Modelle eingepflegt. Die Geometrie kann editiert werden.

Änderungen werden über Modifikation der Ausgangsdaten, Editieren und Update erzeugt. Die Arbeitsweise ist überwiegend bauteilorientiert. Baugruppenzusammenhänge können vereinfacht abgebildet werden. Innerhalb des CATPart ist das Bauteil voll assoziativ. Zu den Nachbarbauteilen (zwischen den Modellen im Zusammenbau ) besteht keine Assoziativität.

Die Arbeitsweise empfiehlt sich für eine längere Arbeitsweise zum Vertrautwerden mit den komplexen Strukturierungsmöglichkeiten des Systems. Die Anwender werden mit der neuen Arbeitsweise vertraut.

Lern-Schritt 3: Arbeit mit Multi-Model Links

Am System liegt es diesmal nicht. Es liegt an Ihnen, wie behutsam und zielorientiert Sie das System implementieren.

Dies stellt die höchste Ausbaustufe der parametrisch-assoziativen Arbeitsweise in V5 dar.

Alle Eigenschaften des Systems kommen auch hier zur Anwendung. Darüber hinaus gibt es zwischen den Modellen gerichtete Abhängigkeiten in Form von Links. Das erfordert nicht nur Denken im Baugruppenzusammenhang, sondern auch im Vorfeld (!) des Konstruierens ein Erarbeiten der Abhängigkeiten und des Informationsflusses. Das macht erfahrungsgemäß beim Einführen der neuen Technologie die meisten Schwierigkeiten. Denn die notwendigen und mitunter langwierigen Vorarbeiten bestimmen in entscheidendem Maß die Flexibilität der Konstruktion. Wir warnen davor, diese Arbeitsmethode einfach über Tools-Options aktiv zu schalten und Anwender ohne entsprechendes Trainee on the Job damit arbeiten zu lassen.

 
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