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Oft fehlt die Konstruktionsmethodik Drucken
Montag, 16. Juli 2007

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Seit der Umstellung auf 3D-CAD-Systeme fällt es Konstrukteuren und Produktentwicklern schwer, die neuen Funktionen der Programme effektiv und effizient einzusetzen. Trotzdem geben die Unternehmen ihren Mitarbeitern heute nicht entsprechend mehr Zeit, sich mit den Programmen vertraut zu machen.

Dies sagt Thomas Pärsson, CAD-Trainer der ersten Stunde und Mitgründer der Unico GmbH . Thomas Pärsson trainiert bereits seit einem Vierteljahrhundert CAD-Anwender, doch niemals hatte er weniger Zeit als heute, Ingenieure in die inzwischen hoch komplexen Konstruktionssysteme einzuführen. „Anfang der 80er Jahre waren CAD-Programme nicht mehr als elektronische Zeichenbretter, dennoch räumten Unternehmen ihren Mitarbeitern fünf Tage für die Grundschulung ein.

 

Heute ist alles in 3D, wir haben kinematische Untersuchungen, verlinkte Geometrien, Parametrisierungen - aber nicht entsprechend mehr Zeit für die Schulung", kritisiert Thomas Pärsson. „Eigentlich benötigen die Anwender als Basistraining drei Wochen Schulung und ein halbes Jahr Erfahrung."

Der Schwede erstellte bereits 1982, als einer der ersten, Schulungsunterlagen für CATIA. Seitdem hat er in zahlreichen Unternehmen Anwenderschulungen betreut, darunter bei BMW, Volvo, Daimler, Volkswagen und RollsRoyce. Heute ist er Gesellschafter der von ihm mitgegründeten Unico GmbH, eines Anbieters von Lernsoftware und Qualifizierungsmaßnahmen für CAD- und PDM-Systeme. „Dass man nach fünf Tagen irgend etwas entwerfen kann ist klar. Aber um das System effizient auszunutzen und den richtigen Aufbau komplexer Teile zu erreichen, ist mehr nötig", so seine Erfahrung.

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Ein weiteres Problem bestehe in der Parametrisierung. „Früher war die Konstruktionsmethodik nicht so entscheidend, heute aber werden die Parameter mitgespeichert, so dass der Aufbau der Geometrie eine große Rolle bei Änderungen spielt." Ein Fünftel der Ingenieure, die mit CATIA V4 noch umgehen konnten, seien heute disqualifiziert, glaubt der Ingenieur. „Für jemanden, der nicht fähig ist, in bestimmten, abstrakten Mustern zu denken, wird es schwierig, 3D-CAD-Programme effizient einzusetzen."

Zauberwort Standardisierung 

Die Firmen kennen das Problem, sie haben es nur noch nicht gelöst. Allerdings sind viele auf dem Weg dazu: Das Zauberwort heißt Standardisierung. Vereinheitlichte Konstruktions- und Dokumentationsmethoden sollen helfen, indem sie Nutzungskompetenz und Effizienz verbessern, Zeitaufwand und Arbeitskosten senken. Dienen sie einerseits dazu, Wissenslücken zu beheben, geht es andererseits um die Arbeitsorganisation; darum, dass Namenskonventionen eingehalten werden, die gesamte Prozesskette bereits während der Produktentwicklung berücksichtigt wird und die Mitarbeiter sofort wissen, wo sie bei Änderungen ansetzen können.

Weltweiter Einsatz von Surf und Learn sichert einheitliche Methodenverwendung

Einfacher wird die Administration der Methodenstandards durch elektronische Systeme. So hat die Commercial Vehicles Division (CVD) von Daimler das Web Based Training „Surf&Learn" der Unico GmbH eingeführt.

Ziel: Konstruktions- und Dokumentationsmethoden über Sprachbarrieren, Markengrenzen und Technologieunterschiede hinweg zu vereinheitlichen. Das Autorensystem dient einerseits als E-Learning-Tool, erleichtert aber durch seine Versionisierungsfunktion auch die Verwaltung. Von den 900 CATIA V5-Lektionen, die seitens Unico zur Verfügung stehen, ließ Daimler ein Viertel ins Japanische übersetzen, an einer türkischen und spanischen Version wird derzeit gearbeitet.

Die UNICO Media GmbH ist einer der führenden Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen für CAD- und PDM-Systeme. Ihr eLearning-Tool „Surf&Learn" ist im Bereich Web Based Training marktführend. Es wurde in Zusammenarbeit mit der deutschen Automobilindustrie entwickelt und hat sich inzwischen in zahlreichen Unternehmen der Branche bewährt, so unter anderem bei BMW, Daimler, FORD, Jaguar und Volvo.

Für Unternehmen, deren Mitarbeiter keine umfassende CAD-Kompetenz an den Tag legen, sieht Thomas Pärsson Probleme heraufziehen: „Kenntnisse, die sich lediglich auf die Basics der 3D-Konstruktion beschränken, könnten zum Ausschlusskriterium werden. Noch wird in Deutschland vergleichsweise viel für Schulungen ausgegeben, wodurch wir einen Wettbewerbsvorsprung haben. Lassen wir hier aber nach, könnten wir Aufträge an die Konkurrenz in Asien verlieren, denn einfache Aufgaben werden heute schon exportiert."

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage von Unico unter  http://www.unico-group.com 

 
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