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| Linux auf Rädern |
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| Mittwoch, 7. März 2007 | |
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Nach dem Vorbild erfolgreicher Schöpfungen wie dem
Computerbetriebssystem Linux oder der Internet-Software Firefox soll
etwas im offenen Miteinander entstehen, "das die Welt wirklich
braucht", wie es im Manifest auf der Webseite theoscarproject.org
heißt. OScar könne "der Mobilität wieder ein menschliches Antlitz verleihen, die Welt verändern", so der Traum von Projektgründer Markus Merz. Die derzeitige Diskussion um mehr Klimaschutz biete "einen guten Rahmen für unser Thema". Nur etwa 30, 40 Hobby-Entwickler bilden den harten Kern der virtuellen Designer-Truppe. Sie kommen unter anderem aus Holland, Amerika, Deutschland. Die meisten sind vom Fach, viele Profis aus der Branche, wie Merz erläutert. Entsprechend anspruchsvoll ist das technische Niveau in den Diskussionsforen. Wer von Konstruktionsplänen und Autobau nichts versteht, hat Schwierigkeiten zu folgen. Alles läuft in Englisch. Konzipiert wird auf mehreren Ebenen. In einem Forum wird an der Karosserie gebastelt, im anderen am Antrieb. Ein modernes Auto besteht immerhin aus bis zu 40.000 Einzelteilen, da muss eine straffe Aufteilung her, damit es irgendwie vorwärts geht. Beim Thema Design treten die "Freaks", wie der Gründer Theo Merz die Kerntruppe nennt, seit Monaten schon auf der Stelle. Drei Räder, vier Räder - jede Version hat ihre Vor- und Nachteile. Die Gemeinde ist über die einheitliche Linie nach wie vor gespalten. "Ich möchte diese Diskussion nicht abwürgen, ein bisschen Spielwiese muss schon sein", weist Merz jeden Hang zu einsamen Entscheidungen von sich. Letztendlich werde es aber wohl auf vier Räder hinauslaufen. Klare Vorgaben gibt es allerdings für das Grundgerüst des Öko-Internet-Autos, das hat Merz vor Jahren schon so festgelegt: OScar wird ein Kleinwagen sein, ein Gefährt für kurze Distanzen, für den Stadtverkehr. Kein dickes Statussymbol, kein Spritfresser. Der Antrieb soll elektrisch funktionieren. Woher die erneuerbare Energie kommt, ist dafür noch offen. "Das kann über Brennstoffzellen laufen, Akkus oder Generator", erläutert Merz. Wann es von OScar den ersten Prototypen geben wird, kann nicht einmal der Projektgründer sagen. "Linux hat auch über zehn Jahre gebraucht", winkt er gelassen ab: "Der Weg ist das Ziel." Die Industrie biete zwar immer wieder ihre Hilfe an, um OScar auf die Straße zu bringen. "Aber wir lassen uns nicht kaufen." Wer als "big player" aus dem Autobau dazustoßen wolle, "müsste sich unseren Rahmenbedingungen unterwerfen, das wäre revolutionär". Trotz vieler ungelöster Probleme und skeptischer Stimmen aus der Autobranche halten sie an dieser Vision nach wie vor fest. "Ich bin sehr davon überzeugt, dass ich mal einen OScar fahre", versichert Theo Merz. http://www.theoscarproject.org
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