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Vista nicht Open GL fähig? Drucken
Samstag, 10. Februar 2007

Microsoft will die 3D-Schnittstelle OpenGL im Windows-XP-Nachfolger Vista nicht mehr direkt unterstützen, wenn die mit transparenten Fenstern und anderen Effekten angereicherte Benutzeroberfläche Aeroglass aktiv ist. Dies, von Microsoft eigentlich bereits auf der Entwicklerkonferenz WinHEC bekanntgegeben, sorgt nun unter CAD-Systemanwendern für einige Empörung. Vista bildet OpenGL-Funktionen nur noch mittels dem Microsoft eigenen Format DirectX nach. CATIA V5 und Solidworks und UGS und PTC nutzen jedoch Open GL und nicht DirectX zur Darstellung. Das Emulieren der OpenGL-Sprache führt somit zu deutlichen Leistungseinbussen und zum beschriebenen Unmut unter den Testern. 

Volle Power? Dann ist Aero futsch! 

Damit sind 3D-Modeler mit Shader-Funktionen unter Aeroglass mit der OpenGL-Schnittstelle voraussichtlich nicht lauffähig. Selbst genügsame OpenGL-CAD-Software ohne Shader-Funktionen ist mit Aeroglass allenfalls mit einer durch die Emulation verursachten Leistungseinbuße von 20 bis 50 Prozent einsetzbar, was für professionelle Anwender nicht akzeptabel sein dürfte. Die volle OpenGL-Leistung erhält man erst nach Installation des zur Grafikkarte gehörenden OpenGL-Treibers (ICD), wobei sich Aeroglass allerdings abschaltet. Andernfalls steht OpenGL nur über den OpenGL-D3D-Translator zur Verfügung. Das ist aber eben beschriebene Schlaftablette.

Warum dieser ganze Ärger?

Ganz einfach. Open GL ist Apple. Microsoft will mal wieder einen fremden Grafikstandard weiter pushen und mauert sich so ein.  

Im Forum der OpenGL-Site heißt es zu Microsofts Plänen, sie seien eine rein politische Entscheidung, für die es keine technische Notwendigkeit gebe. Man fürchtet, dass Microsoft OpenGL zu Gunsten von DirectX weiter zurückdrängen wolle, um konkurrierende Betriebssysteme zu benachteiligen Man ruft dazu auf, über die Software- und Hardware- Industrie Microsoft von diesen Plänen abzubringen.

Aktueller Stand ist ...

Khronos, eine Gruppe die für die OpenGL Entwicklung zuständig ist hat einen Bericht vorlegt, der einen eigenen OpenGL Treiber für Windows Vista ankündigt. So muss eine Anwendung oder Hardware nicht mehr auf den Direct3D-Layer zurückgreifen, welcher bis jetzt für die Unterstützung von OpenGL verantwortlich war.

Durch die Installation des Windows Installable Client Driver (ICD) kann OpenGL ohne Einschränkungen genutzt werden und soll vollständig kompatibel zu Aeroglass sein. Khronos ist sogar der Meinung das die OpenGL Performance deutlich besser sein soll als die von Direct3D. Der ICD Treiber soll separat angeboten werden, ist also nicht auf der Windows Vista CD enthalten. Nvidia und ATI haben Ihre Unterstützung für diesen Treiber angekündigt, wobei nVidia schon an einer Beta arbeitet.

Nur eins wird klar: Da kocht's noch gewaltig. Derzeit gilt: Finger weg von Vista in Sachen CAD! 

Quelle: Eigene Recherche über Winhelpline / OpenGL.Org und Heise.de

 
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