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Elchpflege - Tut Ench Elchi Drucken
Dienstag, 16. Januar 2007

Unser Elchi ist jetzt fast 10 Jahre alt. Da wird's Zeit ihm mal ein wenig Pflege zukommen zu lassen. Insbesondere weil Elchi doch so einen schön verkleideten Sandwich-Unterboden hat, war mein Interesse groß wie es darunter ausschaut. Was erwartet mich da, wenn ich die Platten abschraube? Rost und Gammel? Oder ist alles perfekt da der Hersteller vorgesorgt hat? In den einschlägigen Foren liest man recht wenig über Korossion am Elch. Insgesamt ist das Auto beliebt, eben weil er der kleinste Sternenträger ist und doch als fahrender Einkaufswagen treu seine Dienste verrichtet. Ausserdem sollte die Teilzerlegung eine Aussage bringen, wie lange unsere Kasperleskiste noch auf Deutschlands Straßen unterwegs sein kann, ohne dass er auseinanderfällt und uns unter den Fingern wegbröselt. 

 

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Ich habe die Fotos in zwei Sektionen aufgeteilt, einmal hier oben die Fotos im Rohzustand direkt nach der Demontage des Unterbodens und unten im fertigen Zustand mit dem aufgetragenen Sanders-Wachs. Erstaut war ich schon, da keinerlei Wachs oder Schutz werksseitig aufgetragen war (Bilder 1 und 2). Unter den Radlaufverschalungen (Bild 3) hat der Rost richtig zugebissen. Am hinteren Radhaus zeigt sich eine Schwachstelle (Bild 4) welche völlig ungeschützt vor sich hin gammeln kann. 

Ich denke, die obigen Bilder sprechen für sich. Ich war heilfroh, hier noch kleine Wunder wirken zu können und das alles nach der Demontage so gut zugänglich vor mir zu haben. So wurde der Rost mit Sandstrahlen entfernt, sprühverzinkt und dann mit 2 Kilo von diesem Teufelszeug von Mike Sanders im Airlessverfahren eingesprüht. Das Sanders Wachs ist auch lächerlich billig, das Kilo kostet um die 11 Euro. 

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Diese Bilderreihe zeigt das Ergebnis. Das Airlessverfahren habe ich hier einmal angetestet. Voller Druck, Strahl aufgefächert auf 40cm Sprühbreite und mit über 100 Grad Wachstemperatur reingesprüht. Man muss schnell und zielgerichtet arbeiten, also nicht erst mal fünf Minuten überlegen, ob es da noch ein wenig Wachs rein muss oder nicht. Auf diese erste Lage kam dann in alle Träger und Hohlräume noch drei Kilo an Hohlraumversiegelung rein - das Teroson (Terotex) HV400, kostet insgesamt 45 Euros. Alle Arbeitsmaterialien erhalten Sie im Korrosionschutzdepot von Dirk Schucht über das Internet kostengünstig zugesendet. 

Insgesamt ist dies die zielgerichteste Methode, dem Rostverfall die Stirn zu bieten. Es kostet nicht viel Geld, macht einen Nachmittag Arbeit und ich vermute, die Drecksarbeit mit dem heissen Wachs und das vorherige Sandstrahlen ist nicht jedermanns Sache. Man sollte unbedingt im Freien arbeiten können und den Boden abdecken und aufpassen, dass es keine Rutschpartie gibt welche einen auf den Hosenboden setzt. Was ich fast vergessen hätte: Die Arbeiten wurden an einem warmen Sommertag gemacht. Im Winter sollte man allein schon aus Sicherheitsgründen nicht das Wachs verarbeiten. Wenn das Wachs sich verfestigt - und das ist kein linearer Temperaturgradient, also passiert das schlagartig schnell - dann kann schon mal ein Schlauch oder Behälter platzen. Damit kämpft auch der Mike Sanders bei der Verarbeitung, allerdings ist der noch viel hemdsärmeliger als ich unterwegs. Fett anwärmen in der Friteuse, Nachheizen mit Mammis Föhn, Messen der Fett-Temperatur mit einem Bratenthermometer. Wenn ich jetzt den Elchi so sehe, wie er da rostfrei in der Sonne steht, dann freue ich mich und grinse, trotz der vielen Drecksarbeit. Denn Elchi wird uns so jetzt recht lange noch erhalten bleiben. Ab diesem Tag hat er auch einen besonderen Vornamen:

Tut Ench Elchi Winken, konserviert und balsamiert für die Ewigkeit. 

 
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