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Next Generation CATIA V5 Drucken
Samstag, 5. August 2006

Ich zeige bewusst nur zuerst diesen Strukturbaum links (klick), anstatt ein buntes Bildchen irgendeines Bauteils, welches mit der Workbench Functional Molded Part modelliert wurde. CATIA V5 verändert und erweitert sich hin zu mehr Anwenderfreundlichkeit, aber auch hin zu mehr Abstraktion. In diesem Zusammenhang wird zwar tieferes Grundlagenverständnis notwendig als nur das gewohnte "Drücke Taste". Der Anwender erhält im Gegenzug die Möglichkeit zurück, sich vom Strukturkorsett der streng den Arbeitsprozess regelnden Templates zu befreien. Schauen Sie ein wenig mit mir auf das gedankliche Layout vom Functional Modelling.

Der Text ist zwar ein wenig abstrakt, aber wenn der Groschen gefallen ist, werden Sie mit dieser Art zu modellieren schon allein wegen der klaren Struktur nicht mehr in das normale Part Design zurückwollen. Der Modeller bündelt mehrere funktionale Objekte zu vordefinierten Klassen von Objekten. Dassault nennt dies "Functional Modelling" - funktionales Modellieren. Wobei der Begriff gerade nicht so gedeutet werden sollte, wie es die IBM Broschure erklärt:

Sie verstehen die Gesamtkonstruktion besser, denn Sie nutzen einen funktionsorientierten Modellierungsansatz

Dieser Satz ist leider, leider mal grottenfalsch, denn gerade das Gegenteil ist der Fall.So ist es richtig:

Sie verstehen die Gesamtkonstruktion besser, denn Sie nutzen einen klassen und objektorientierten , aber gerade keinen funktionsorientierten Modellierungsansatz!

Einfach mehr Workflow

 CATIA V5 benutzt nicht nicht mehr den granularen, funktionsorientierten Ansatz von vielen kleinen programmierten Objekten, sondern bewegt sich in einen semantischen Ansatz welcher Objekte bündelt und eine Partdesign Modellierung sogar ohne Boolean Operations ermöglicht!Genau das ist das Ziel, wohin sich CATIA V5 als Software entwickeln muss. Es wird allerseits beklagt, dass CATIA V5 zu objektlastig ist und dass die Strukturarbeit eben wegen dem hohen Informationsgehalt im Feature Baum eine elende Last ist, welche oftmals die Formfindung zu Boden drückt.

Nicht der Anwender soll über mühsame funktionale Definitionen eine Bedeutung seiner Informationsfolge definieren, sondern das System übernimmt in Zukunft diese Aufgabe. Diese Unterstützung geht sogar soweit, dass automatische Verrundungen zwischen einzelnen Klassen möglich sind. Das kann eine automatisierte Verrundung aller Gussaugen in den Basiskörper sein, eine vollständige Rippenerstellung mit Draft und Trim und Verrundung und vieles mehr. 

Funktionales Modellieren ist die nächste Generation der Konstruktionsmethodik

Hier steht endlich das "WAS modelliere ich?", nicht das "Wie strukturiere ich" im Vordergrund. In CATIA V5 gibt es ein neues Produkt mit dem die klassischen Konstruktionsweisen neu definiert werden. Gegenüber der herkömmlichen Konstruktion findet eine drastische Reduktion der Konstruktionselemente und damit verbunden auch der Konstruktionszeit statt. Benchmarks haben gezeigt, dass die Anzahl der Elemente um ca. 75% reduziert wurde. Diese Strukturreduktion dürfte uns Konstrukteuren dann hoffentlich wieder für Formfindungaufgaben zugute kommen.

Natürlich müssen, wenn das sich Functional Modelling auf andere Workbenches ausweitet, viele oder alle der vorhandenen StartParts neu definiert werden. Oder, noch ein wenig weiter gedacht, so einfach unnötig werden. Ich denke, man sollte den Anwender im CATPart so arbeiten lassen wie das System es unterstützt und wie der Anwender es kann oder nicht kann. Das sind dann sich selbst korrigierende Systeme. Die tun zwar anfangs richtig weh, aber im Gegensatz zu StartPart-Diktaturen kontrollieren sich diese ab einem gewissen Zeitpunkt von allein.

Das bedeutet, CATIA V5 übernimmt die Steuerung der Objekte und Klassen immer weiter und perfekter und diverse granulare StartParts flachen ab oder werden gar unnötig. Somit bewegt sich CATIA V5 in seinen eigenen, jetzt selbstverwalteten Strukturen weg von Zwängen, welche von aussen auferlegt wurden und nicht im Sinne eines kreativen Umgangs mit dem System sind.

 
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