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Peugeot 402 Andreau Drucken
Sonntag, 23. Juli 2006

Das links dargestellte Fahrzeug ist ein Retro Entwurf des deutschen Designers Stefan Schulze. Sie ist das Ergebnis eines Design-Wettbewerbs, der während des Pariser Autosalons 2002 ausgeschrieben wurde. Dabei sollte ein klarer Bezug zu Peugeot und einem historischen Modell der Marke bestehen, sowie ein innovativer Charakter gegeben sein. Bei diesem Projekt wurde auch CATIA V5 eingesetzt.

Aerodynamik als Triebfeder, Ästhetik als Abfallprodukt 

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In Deutschland war die aerodynamische Weiterentwicklung des Automobils in den Dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts ein grosses Thema. Edmund Rumpler, der seinen Tropfenwagen schon 1921 vorstellte, und besonders Wunibald Kamm, ab 1930 Ordinarius an der Technischen Hochschule Stuttgart, beeinflußten die Entwicklung.

Auch in Frankreich fand das Thema Aerodynamik Aufmerksamkeit: Als Antwort auf den Citroën Traction Avant stellte Peugeot 1936 den 402 vor, erkennbar an den Scheinwerfern, die sich hinter dem Kühlergrill verbergen. Schon von Haus aus war diese Baureihe mit einer aerodynamisch optimierten Karosserie versehen. Der über den Handel erhältliche Peugeot 402 war bieder und entsprach den damals üblichen Formendenken an Gebrauchsfahrzeugen.

Entwurf "Lion" von Stefan Schulze 

Vor einiger Zeit gewann Stefan Schulze mit seinem in CINEMA 4D gestalteten Fahrzeug der Zukunft, dem "Lion", den Peugeot Design Contest. Was so leicht dahergesagt ist, hat seine eigene Geschichte. Stefan Schulze ist berufsfremd, hat niemals Design studiert und hat im Internet in diversen Cinema 4D Websites mit diesem Entwurf die Aufmerksamkeit der Designerszene erlangt. In der Zwischenzeit ist aus dem 3D-Modell ein echtes Concept Car konstruiert worden. Dieser war auf den verschiedensten Auto-Events, wie z.B. der IAA in Frankfurt, zu bewundern.

Modelliert wurde von Stefan Schulze mit Maxxon Cinema 4D, erst die zweite Umsetzung in das 1:1 Modell für das Auto links erfolgte mit CATIA V5. Der Cinema 4D Entwurf hat wesentlich mehr formale Spannung, wogegen die von einer anderen Person erstellte CATIA V5 Modellierung in der ersten Phase dagegen schon abfällt. Was die Designer dann doch noch letztendlich aus dem Ton herausgekratzt haben, hat dann wieder den Kick und das besondere Etwas des Cinema 4D Entwurfs. 

Inspiriert vom Peugeot 402

Der Bezug zur Marke wird laut Peugeot durch die typische Scheinwerferform und die dynamische Gesamtkonzeption klar. Darüber hinaus verrät das Projekt durch den charakteristischen Kühlergrill mit den beiden dahinter liegenden Scheinwerfern sofort, wovon sich der junge Designer inspirieren ließ: vom Peugeot 402 aus dem Jahr 1936. Dieses Fahrzeug wurde 5 mal gebaut und verschwand dann wieder von der Bühne der automobilen Exoten.   

Tonmodellerstellung mit CATIA V5 

Es stimmen die Proportionen der Frontmaske und der Radläufe zum Radstand (noch) nicht, auch der gesamte Flächenverlauf in den Türen ist noch ein wenig "suboptimal" und verbesserungswürdig. Ähnliche Erfahrungen hatte ich auch mit der Modellierung der Aussenform des LeMans Bentley EXP 8, und da heisst es dann zupfen, korrigieren, updaten. Solche Formoptimierungen können sich manchmal über Tage hinziehen.

Es schaut aus, als wäre der CATIA V5 Andreau nicht aufgrund einer Punktewolke nachmodelliert, sondern wurde eher nach Bildern umgesetzt. Klar, denn CATIA V5 war damals als Release 5.6 erhältlich und das Free Form Design erlaubte noch nicht, Bilder als Vorlage zum Modellieren zu integrieren. Von ICEM Surf Integration ganz zu schweigen. Solche Zwischenstände bei denen die Form nicht stimmt sind mit dieser Arbeitstechnik wenn nach Bildern mit der "Hand unter dem Arm" gearbeitet wird, leider völlig normal. In V5 ensteht mir oft der Eindruck, etwas am Fluchtpunkt oder der perspektivischen Darstellung entspricht nicht ganz meinen Sehgewohnheiten. 

Das fertige Ergebnis der Arbeiten können Sie  hier auf der Website des Designers nachlesen. Diese flash-basierende Website ist sehenswert, zeigt sie auch mehr Bilder von der V5 Nachmodellierung und dem Arbeiten am Tonmodell.

 
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