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Quäl dich, du Sau! Drucken
Sonntag, 2. Juli 2006

Dieser eine Satz, mit dem er im Juli 1997 seinen Kapitän Jan Ullrich zum Tour-de-France-Sieg trieb, hat Udo Bölts bekannt gemacht. Manchmal möchte ich es jenen zurufen, welche mir mit Ausflüchten begegnen, warum mal wieder diese Arbeitsmethodik nicht dem Anwender zumutbar wäre. So hörte ich unlängst eine Begründung, dass eine  PowerCopy Methode deswegen so schwierig anwendbar wäre, weil so mancher Anwender darüber stöhnt, dass "true" eher "Ja" und "false" doch besser "Nein" heissen sollte und man so die gesamte Thematik doch eher ablehnen würde.

Mich reisst es auch hin und her. Insbesondere das standardisierte Konstruieren und das prozessgerechte Anwenden von V5 stößt nicht bei allen auf Akzeptanz. Das fängt beim Erstellen von verständlichen Referenzen an und endet im nicht enden wollenden Nörgeleien über StartPart Strukturen.

Diese Komplexität ist dem Anwender nicht zumutbar!

Allerorts wird gejammert von der riesigen Fülle an notwendigen Informationen die auf V5 Anfänger und Anwender herabhagelt.

Das letzte High-Leid von einer Führungskraft zu einer firmeninternen Norm zum Konstruktionsprozess im Gesamtfahrzeug mit 160 Seiten Umfang kam mir so entgegen:

Das sind über 160 Seiten, wer soll denn so was lesen?

Auf der einen Seite hält sich wacker die Lüge, man könne in 10 Tagen Schulung plus 10 Tagen Caoching sich zum V5 Anwender aufschwingen. Das geistert immer noch in den Köpfen des Managements herum. Irgend ein Schlaukopf hat hier eine Sinuskurve an die Wand gemalt und locker flockig behauptet, nach 20 Tagen sei das Jammertal durchschritten und schon wäre die Produktivität im Steigwinkel von über 60 Grad nach oben. 

Dieses Bild ist im Management fest verhaftet. 20 Tage warten. Sonst muss die Führungsebene nichts tun. Das wird sich schon richten, so kommen weitere Argumente rein und nennen es Selbstheilungseffekt. So malt die eine Seite - das Management - in seiner heilen Powerpoint Welt wunderbare Steigerungsszenarien und die andere Fraktion, die Anwender stöhnen laut und fluchen leise. Nichts mit einfach.

Wer gewinnen will, muss die Gemeinschaft besiegen

Lehrt dies die Tour: das Über-Ich? Doch nach dem Glück zu jagen, kann dies nicht auch ohne Schmerzen möglich sein? Der Weg ist das Ziel. Wie einfach das klingt. Doch sein Ziel erreicht man nur, wenn man selbst den Weg bestimmt.

Auch verstärkt sich mittlerweile mein Eindruck, dass viele Manager und Führungsverantwortliche sich von der Realität in ihre heile Planungswelt hineinflüchten. Lieber eine Besprechung mehr und noch ein Meeting, als sich mal mit seinen Mitarbeitern über die realen Situationen und  die realen Probleme zu beschäftigen. Ich denke, beide Parteien machen es sich oftmals zu leicht. Die einen, welche meinen jeder Berganstieg ließe sich in eine Schussabfahrt ummünzen, man müsse nur den Projektor für die Präsentation ein wenig nach rechts neigen. 

Und die anderen, welche in alten Arbeitsweisen erstarrt sind und oftmals nur "Belastung und hohes Arbeitsaufkommen" vorschanzen. Oder schon so in der Fernbedienungsmentalität angekommen sind, dass man für jede Denkaufgabe und Arbeitsaufgabe nach einem Button oder zumindest nach einem Makro schreit. Meistens ist der Speiseplan in der Betriebskantine das wichtigere Thema als die Zeit dafür zu finden, sich selbst (...) in ein Thema zielstrebig und Open Minded einzuarbeiten oder das Ding einfach in einer Gruppe durchzuziehen. 

 
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