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Oder handelt es sich schon um ein richtigen Wissenskrater wie links im Bild? Release 16 steht vor der Tür und drängt wieder mit Neuheiten, welche erprobt und insbesondere verstanden werden müssen. Nur, der Berufsalltag ist ein anderer. Viele sitzen zwar in einem Schlaraffenland an Informationen, allerdings ist hier in Bezug des Lernens und Anwendens neuer Technologie über den beruflichen Alltag auch von Kundenseite Grenzen gesetzt. Kunden erwarten schnelle Ergebnisse.
Allein der Satz "Da muss ich mich wohl ein wenig einlesen" ruft doch
bei der bezahlenden Fraktion in der Regel Verwunderung und Gedanken wie
"womöglich ein wenig vom Thema überfordert?" hervor.
Lernen beim Kunden verboten ...
Gut in Erinnnerung ist mir ein Satz des Kunden bei einer Aquise 1999: Wir wollen nicht, dass Berater bei uns erst das Konstruieren lernen  Besagter Kunde ist ein recht renomierter OEM, welcher recht aufwändige Fahrzeuge in kleineren Stückzahlen herstellt. Nein, es war nicht AMG.
Irgendwie muss hier wohl bei diesem Kunden in der Vergangenheit etwas daneben gegangen sein, um so zu schocken. Allerdings, bei diesem Termin war auch Egbert Brass /IBM zugegen. Er wurde auch in diesem Ton "behandelt", wusste sich aber dank seiner Firma im Hintergrund wesentlich besser zu schlagen. Das ist ein eher abschreckendes Beispiel zum Thema Lernen beim Kunden.
Lernen beim Kunden erlaubt
Andererseits hatte ich mal so eine Zeit um auf einem Elfenbeinturm mich und andere bezahlt weiterbilden zu dürfen. Für mich eher ein Alcatraz in Sachen CATIA sozusagen. Einzelhaft. Allein in einem Raum über ein Jahr testen, Konzepte prüfen und ein Einführungskonzept zur V5 niederschreiben, Gottseidank bezahlt, aber eben völlig isoliert. Was kam dabei heraus? Manche wissen darüber, es hieß Grünbuch. War nicht besonders effektiv, da von Einzelnen erdacht und von der Gruppe nicht erarbeitet, vom Management damals nicht unterstützt und deswegen so nicht umsetzbar.
Gar nicht lernen, da alles schon bekannt
So, jetzt schlägt das Tagesgeschäft wieder ins Gegenteil um. Nicht nur ich, sondern auch meine Kollegen verbringen Tag um Tag über Excellisten und PowerPoints um Arbeitsergebnisse von Teammitglieder zu bewerten und zu archivieren oder weiter zu steuern. Ist natürlich auch nicht effektiv, da man sich jeden Tag mehr und mehr vom aktuellsten KnowHow entfernt. Wenn dann die Inhalte noch oftmals trivialer Natur sind - keine weiteren Kommentare.
Wissensspeicher gezielt auffüllen
Nun werde ich einen Teil meiner Urlaubstage dazu verbraten, um wieder an die Rücklichter von CATIA V5 zu kommen. Erst mal ziehe ich mir den neuesten Brass rein, aber vollständig. Den habe ich zwar schon mehrmals in Teilbereichen gelesen, aber das vollständige Buch eben noch nicht ganz. Ausserdem ist das Buch nicht gerade leicht verdaulich. Manchmal muss man es wegelegen, darüber nachdenken, etc.
Nachlernen in der Freizeit
Dann liegt noch viel nicht Gelesenes herum. Neueste Startmodellstrukturen, CAD-Handbuch Inhalte, die Themen zum Hybrid, das hier angesprochene Functional Molded Part und die Infos über die gemeinen, kleinen aber wesentlichen funktionalen Änderungen der R16.
Mich würde in diesem Zusammenhang auch gern mal interessieren, wie Sie mit Ihrer schleichenden Verblödung, persönlichen Weiterbildung umgehen und welche Erfahrungen Sie auf Kundenseite damit machten.
Bildquellenangabe: Kurt Wenner
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