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Tief Luft holen mit Dr. Schnauffer Drucken
Mittwoch, 26. April 2006

Das links dargestellte Flugzeug ist eine Konstruktion, welche allein schon wegen seiner Formgebung hohe Anerkennung findet. Lesen Sie hier, was Herr Dr. Schnauffer vom IFB in Stuttgart über dieses Flugzeug und zu dessen Motivation in einem Vortrag im Frühjahr 2006 dazu gesagt hat.

Anmerkung: Ich berichte meine persönlichen Eindrücke als Hörer dieses Vortrages aus der Sicht des CATIA-Anwenders. Ich saß in der dritten Reihe und hatte auch Zeit, ein wenig das Publikum und dessen Reaktion zu beobachten. Alle Bilder sind Kopien der Website des IFB und wurden hier verwendet, um den Fluss des Vortrages zu beschreiben.

Sie sehen beim Klick auf die kleine Grafik links mit den vielen kleinen Bildchen: Da wurde fleissig modelliert und programmiert und berechnet. Sie müssen den folgenden blauen Text langsam lesen, der Dr. Schnauffer ist ein hochintelligenter Mann. Selbst wenn er etwas schreibt muss man beim Lesen noch langsam denken um es zu verstehenWink

In Flugzeugentwicklungsprojekten kommt es immer wieder zu zeit- und kostenintensiven Entwicklungsproblematiken. Zur Reduktion von Kosten und Risiken für Flugzeughersteller und Systemlieferanten wurden in diesem Projekt folgende Punkte erarbeitet:

  • • Erfassung des gesamten Flugzeugprojekts eines Luftfahrtunternehmens: Vom Entwurf bis hin zur Fertigung.
  • • Durchgehende, globale Parametrisierung der Flugzeugentwicklung. 
  • • Einfluss und Einbezug von Dokumentation, Qualifikation und Zertifizierung.
  • • Innovative Umsetzung von Markt- und Kundenbelangen.
  • • Einhaltung bestehender Verfahren, wie z.B. QS- und PDM-Anforderungen.
  • • Schnelle Variantenvielfaltung bei deutlicher Reduzierung der Entwicklungszeiten (um 90% und mehr!).
  • • Entwicklung von Nischenprodukten mit Hilfe der globalen Parametrisierung.
  • • Parallelisierung sämtlicher Entwicklungsschritte.
  • • Frühzeitige Systemintegration und Auslegung, gestützt durch Dokumentation und Qualifikation.
  • • Verifizierung der physikalischen Aspekte des Fluggerätes durch Modelltests.

Oben stehen alle Idealpunkte von CATIA V5 Leistungsbeschreibungen wovon nur ein oder zwei Agendapunkte jeden Manager zu Freudentränen rühren würden. 90 Prozent Einsparung! Alle würden uns für verrückt halten, wenn wir sagen CATIA V5 würde uns 90% an Entwicklungszeit sparen!

Ich wusste vom Veranstalter, was der Vortrag als Inhalt hatte und konnte deswegen die Zuhörer auch bewusst beobachten: Die waren eher zurückgeneigt in ihren Stühlen mit der Verdauung der dargereichten Fruchtspießchen & Törtchen  beschäftigt.

Gerade dozierte Herr Dr. Schnauffer über das spannende Thema "Datenfluss einer elektronischen Unterschrift, welche einer forensischen Analyse vor Gericht stand hält und man somit bei einer Unterschrift auf eine Hardcopy verzichten kann". Ich sank auch ein wenig tiefer in meinen bequemen Stuhl. 

Eine kurz eingeflochtene Anmerkung des Dr. Schnauffer machte mich jedoch schlagartig hellwach:

Jedes Flugzeug beinhaltet ungefähr zwölftausend Verknüpfungen, welche bei jedem Rechenlauf (Update) durchlaufen und aktualisiert werden

Der nächste Hammer folgte einige Minuten später:

Wir haben gleichzeitig in CATIA V4 modelliert und waren mit CATIA V4 ein wenig schneller als in CATIA V5. Insgesamt brauchten wir 3 Jahre für jede Modellierung

Da hatte sich also jemand richtig Arbeit gemacht. Baut da 12.000 Links rein. Zwölf ...tausend...(hust)... Links... Modelliert sich einen Flieger mit allem Schnickschnack inklusive Getriebe, Cockpit und allem Gedööns und macht dann einen netten Vortrag. Ich schmunzelte vor mich hin und dachte bei mir:

Mein Beileid jetzt schon, wenn der arme Dr. Schnauffer die Links umrouten möchte. Das war dann wohl für die Katz, dieses gesamte Spiel mit den Parametern

Dr. Schnauffer setzte mit seiner leisen Stimme den Vortrag fort:

Das Ändern aller Links auf eine neues Layout dauerte drei Tage. Dann waren wir fertig für den finalen Rechenlauf. Der eigentliche Updatelauf dauerte einen Tag. Innerhalb eines Tages hatten wir ein völlig neues Flugzeug konstruiert. Und am nächsten Tag noch eines, und dann wieder ...

       
 Klick!    

Nur wenige Zuhörer realisierten, dass sie gerade den Beweis erhielten, was genau die Leistung des Systems CATIA V5 in diesem Zusammenhang ist und wo die wahren Potentiale einer V5-Einführung liegen können.

Man muss diese nur finden, sei es auch dass man die Schätze in den Köpfen hebt!

 
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