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Stufenweise Implementierung V5 Drucken
Mittwoch, 21. Mai 2003

Ein wichtiger und aktueller Auszug aus Veröffentlichungen von Dr.Egbert Braß, Senior Consultant IBM zum stufenweisen Implementieren von CATIA V5. Neben Vorteilen bringt die Einführung eines parametrisch-assoziativen Systems aber auch eine Umstellung in der Arbeitsweise mit sich. Das führt bis hin zu Auswirkungen auf im Unternehmen historisch gewachsene Prozesse und Zuliefererverhältnisse.Um diese Einführungsphase möglichst reibungsfrei zu gestalten, kann eine stufenweise Implementierung ein geeignetes Vorgehensmodell sein. Wie könnte das konkret aussehen?

Schritt 1: Arbeiten mit nichtassoziativer Geometrie

Der Datum-Modus ist permanent aktiviert. Es wird ähnlich wie in CATIA V4 nichtassoziative Geometrie erzeugt. Benutzt werden die Funktionen der CATIA V5 Workbenches und die neuen Strukturierungsmöglichkeiten, die das System bietet (OpenBody). Ein Editieren der Geometrie ist nicht möglich. Änderungen sind immer mit Löschen und Neuerstellen von Geometrie verbunden. Die Arbeitsweise ist rein modell- und bauteilorientiert. Baugruppenzusammenhänge werden weitestgehend ausgeklammert.

Diese Arbeitsweise empfiehlt sich nicht, da die Vorteile des neuen Systems nicht zum Tragen kommen können.

Schritt 2: Arbeit mit parametrisch-assoziativen Modellen

Der Datum-Modus ist deaktiviert. Es wird assoziative Geometrie erzeugt. Innerhalb des Modelles werden alle Möglichkeiten, die CATIA V5 bietet ausgeschöpft. Dazu gehören neben den Strukturierungsmöglichkeiten auch PowerCopies, Kataloge, Einbeziehung von Knowledgeware. Die Bauteilkonstruktion wird „geplant". Explizite Geometrie steht als "Input" zur Verfügung. Einflüsse von Nachbarbauteilen oder Änderungen werden über diese explizite Geometrie in die Modelle eingepflegt. Die Geometrie kann editiert werden. Änderungen werden über Modifikation der Ausgangsdaten, Editieren und Update erzeugt. Die Arbeitsweise ist überwiegend bauteilorientiert. Baugruppenzusammenhänge können vereinfacht abgebildet werden. Innerhalb des CATPart ist das Bauteil voll assoziativ. Zu den Nachbarbauteilen (nach „außen") besteht keine Assoziativität.

Die Arbeitsweise empfiehlt sich für den Einstieg in die neue Technologie. Die Anwender werden mit der neuen Arbeitsweise vertraut. Gleichzeitig können die vorhandenen Datenverwaltungstools weiter benutzt werden.

Schritt 3: Arbeit mt Multi-Model Links

Dies stellt die „High-end"-Ausbaustufe der parametrisch-assoziativen Arbeitsweise dar. Alle Eigenschaften des 2. Schrittes kommen auch hier zur Anwendung. Darüber hinaus gibt es zwischen den Modellen gerichtete Abhängigkeiten in Form von Links. Das erfordert nicht nur Denken im Baugruppenzusammenhang, sondern auch im Vorfeld (!) des Konstruierens ein Erarbeiten der Abhängigkeiten und des Informationsflusses. Das macht erfahrungsgemäß beim Einführen der neuen Technologie die meisten Schwierigkeiten. Denn die notwendigen und mitunter langwierigen Vorarbeiten bestimmen in entscheiendem Maß die Flexibilität der Konstruktion. Damit wird das Tätigkeitsbild des Konstruierens selbst auch nachhaltig verändert.

Erfahrungen aus Pilotprojekten zeigen, daß bestimmte Abschnitte innerhalb einer Prozesskette eventuell neu zu betrachten sind. Bspw. kann die Methodenplanung profitieren, wenn die Konstruktion ihre Modelle „unter Beachtung der Belange der Fertigungsplanung" aufbaut.

Zusätzliche und neue Lösungen sind erforderlich bspw. für das Verwalten solcher modellübergreifenden Abhängigkeiten und für den Datenaustausch mit den Zulieferern!

Dieser Implementierungsschritt ist zweifellos der zu erreichende, weil am meisten Vorteile mit sich bringende. Aber er ist zugleich auch der komplexeste und bedarf daher entsprechender technisch-konzeptioneller und organisatorisch-personeller Vorbereitung!

 
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